Die letzten Etappen

PuffinNachdem wir am Seljalandfoss und seinen kleinen Wasserfallgeschwistern bei bestem Sommerwetter einen chillout-Tag genossen hatten, brachen wir durch ein ausgiebiges Frühstück gestärkt am Sonntag Morgen auf, um eine der letzten Etappen Richtung Reykjavík zu bewältigen. Jedoch wurden aus den geplanten 60 bis 80km lediglich 18… Aber keine Sorge, weder technische noch gesundheitliche Probleme waren der Grund dafür. Als wir ca. 3km auf der Ringstraße gegen den Wind geradelt waren, kamen wir an ein Schild, welches uns anzeigte, dass der Weg zur Fähre nach Heimaey, der Hauptinsel der Vestmannaeyjar (Westmänner Inseln), 12km weit sei – und auf dieser Strecke hätten wir Rückenwind. Mit dem Wissen, dass der Wind am Montag drehen sollte, entschlossen wir uns für diesen Abstecher. Die Insel Heimaey gehört mit seinen ca. 4000 Einwohner_innen zu den dichter besiedelten Gegenden Islands und das trotz der akuten Gefahr einer Naturkatastrophe. Erst 1973 fielen einem Vulkanausbruch 400 Häuser, ein Drittel der Stadt, zum Opfer und das heute 13,4 Quadratkilometer große Eiland wuchs um 2,2 Quadratkilometer. Für uns hatte die Insel einen netten Campingplatz und einen wunderbaren Wanderweg, von dem man jede Menge Papageientaucher beobachten kann, der einen fanastischen Blick auf die restlichen Westmänner Inseln eröffnet und auf krassen Steilhängen entlang führt, zu bieten.

Am zweiten Tag auf der Insel haben wir noch eine kleine Rundfahrt mit dem Rad gemacht, bei der wir die beeindruckenden Spuren des letzten Ausbruchs bestaunen konnten und sind dann wieder zurück auf die große Insel geschippert. Und siehe da, der Wind hatte tatsächlich gedreht.
An diesem Tag radelten wir nicht nur zu zweit, sondern gemeinsam mit Michel aus Österreich und das letzte Stückchen auch noch mit Markus aus Frankfurt (!!) nach Hella, wo wir den Abend erst im Schwimmbad und dann mit Bier und Eis von der Tankstelle auf dem Campingplatz verbrachten.
krasser BachAuch am Dienstag gingen wir nach unserer Etappe auf Islands Hauptverkehrsstraße Baden, allerdings mal wieder in der Natur: nach etwa anderthalb Stunden Wanderung stößt man nördlich von Hveragerði auf einen Fluss, der aus heißen Quellen gespeist wird. Es gibt viel Platz und für eine derartige Attraktion recht wenige Touristen dort.

 

ReykjavikGestern mussten dann bei strahlendem Sonnenschein nur noch die letzten 45 km bis nach Reykjavík geschafft werden. Trotz viel Verkehr, der beängstigend nah an uns vorüber brauste, bewältigten wir diese recht schnell. So konnten wir abends noch einen ausgedehnten Spaziergang machen, bei dem sich uns ein wunderbarer Blick auf die Hügel und Wolken nördlich der Stadt bot.

Außerdem erlebten wir noch ein kleines, weniger schönes Abenteuer, als der Geldautomat die Kreditkarte nicht wieder ausspuckte… Glücklicherweise gab die Bank uns diese heute Morgen unbürokratisch wieder zurück. So konnten wir unbeschwert die Stadt erkunden, einen Dokumentarfilm über Islands Vulkane im Vulcano House gucken und natürlich: Eis essen!! 🙂