Angekommen!

Am 4. Tag unserer Reise haben wir ein Café mit wlan gefunden, denn wir sind in Reykjavík! Eigentlich aus weniger schönem Anlass: Unsere Fahrräder weisen nach dem Flug und den ersten Fahrten auf isländischen Schotterpisten diverse Mängel auf und so waren wir gezwungen, einen Fahrradladen aufzusuchen.

Aber der Reihe nach.Schlafzimmer

Als wir den Flughafen in Keflavík in der Nacht zu Samstag gegen halb 2 verließen, verspürten wir eine große Lust auf Luft und Natur. So radelten wir noch etwa 10 km an der Küste westwärts durch den Wind und die Dämmerung. An der einzigen windstillen Stelle, die wir finden konnten, schlugen wir unser Zelt auf.

Wir waren so müde, dass wir trotz unterschiedlicher lauter Vögel und des Geruchs von in der Nähe zum Trocknen aufgehängten Fisch einschliefen.

LeuchtturmAm nächsten Morgen führte uns der Hunger nach Garður, was auf der Karte wie ein mittelgroßes Dorf aussah. Tatsächlich besteht der Ort aus einer Hand voll Häusern, die sich in recht großem Abstand zueinander befinden (was bei den meisten isländischen Orten so zu sein scheint). In einem menschenleeren Supermarkt kauften wir uns ein Startpaket an Lebensmitteln und frühstückten am Leuchtturm Garðskagi.
Mit Rückenwind 🙂 fuhren wir an der Westküste der Halbinsel Reykjanes gen Süden, zunächst durch Wiesen und dann durch eine unwirklich erscheinende Lavalandschaft.

auf der Suche..Nachdem wir die „Brücke zwischen den Kontinenten“ bestaunt und überquert hatten, wo man sehen kann, wie die eurasische und die nordamerikanische Kontinentalplatte auseinanderdriften, fällten wir eine folgenschwere Entscheidung. Wir entschieden uns für den Weg nach Grindavík die Schotterpiste durch die Vulkanlandschaft zu nehmen, anstelle der Hauptstraße an der Küste. In den folgenden etwa 10 bis 15 km kamen wir sowohl an unsere körperlichen als auch an unsere mentalen Grenzen und auch unsere Räder waren diesen unebenen „Wegen“ aus teilweise grobem Schotter und tiefem Sand offensichtlich nicht gewachsen: Marcos Schlauch bekam 2 Löcher, die geflickt werden mussten, und Rahels Federgabel zeigte deutliche Altersschwäche und ist für derartiges Terrain nicht justierbar. Zu allem Überfluss begann es zu regnen und sehr kalt zu werden. Glücklicherweise hatten wir Mützen und Winterhandschuhe dabei! Erschöpft kamen wir schließlich schiebend (Marcos Schlauch war wieder platt) beim Campingplatz in Grindavík an. Dort verbrachten wir einen schönen Abend mit Fahrradreparaturen und Abendessen mit anderen Campern in der Gemeinschaftsküche.

Sonntag stand die erste große Touristenattraktion auf dem Programm: die Blaue Lagune. Wir ließen Zelt und Räder am Campingplatz und wollten die etwa 6 km (auf der Hauptstraße) zu Fuß zurücklegen. Durch verschlungene Wanderpfade wurde der Hinweg zu einer dreistündigen, anstrengenden, aber wunderschönen Wanderung, vorbei an Lava, Vulkanen, Wiesen, Blumen und Wäldchen.

blaue LaguneDas Bad in der Blauen Lagune war danach wunderbar. Ein Schwimmbecken inmitten von Lavagestein mit Badewannentemperatur, milchig blauem Wasser und uns darin, mit Eis in der Hand und Gesichtsmaske. Allerdings war das Vergnügen seeehr teuer und voller anderer Touristen, die in Bussen aus Reykjavík angefahren kamen.

Am Montag brachen wir bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Reykjavík auf. Wir fuhren die frisch asphaltierte Küstenstraße in östlicher Richtung. Der Asphalt war super, der Gegenwind und die Steigungen… geht so. Aber die Landschaft – ein Traum. So fuhren wir einige Stunden in sehr niedrigen Gängen ca. 25km an Lavabrocken, kleinen Bächen, Schafen und dem Atlantik entlang bis wir nach Norden in ein Idyll aus grünen Feldern abbogen. (RÜCKENWIND 🙂 ) Nach kurzer Zeit auf diesem Weg entdeckenten wir unseren ersten isländischen See. Ein Traum: strahlend blaues Wasser, mitten im Nichts. Nach einer kurzen Rast fuhren wir weiter, doch schon bald wurden wir vom nächsten Highlight überrascht. Heiße Quellen. Über verschlungen Wegen und einen sehr steilen Wanderweg gelangten wir auf einen Berg mit einem Blick – seht selber:

Auch an diesem Tag blieb uns die isländische Schotterpiste nicht erspart. Die nächsten Kilometer holperten wir entlang des Kleifarvatn von Stein zu Stein. Als wir den Asphalt wird erreichten (ohne Panne) düsten wir die letzten 15 km nach Hafnarfjörður und ließen uns dort auf einem netten Campinplatz nieder.

Heute Morgen sind wir durch die wohl meistenbefahrenen Straßen Islands nach Reykjavík geradelt. Nachdem wir die Touristeninformation befragt haben, haben wir direkt einen Radladen gefunden und haben sehr lecker gegessen und Kaffee getrunken. Jetzt machen wir uns wieder auf zu den Rädern, die hoffentlich wieder fit sind und dann geht es weiter Richtung Osten.

Bis bald!